schwedenchopper
Das kommt mir schwedisch vor!
Zeit für ein neues Projekt. Zeit für einen Langgabler. – Also…los!

Der Rahmen in klassischen Dimensionen: 46° Rake, 3″ Stretch.
Wenn man schon einen Schweden baut, dann brauch der auch eine schwedische Gabel!
Also gesellte sich zum Rahmen eine 23″-over Gabel von Tolle aus Schweden, so wie eine Gabelbrücke mit 8° Rake. Ebenfalls von Tolle / UCC. Damit die Sache nicht zu windig wird, gibt’s einen Gabelstabi ebenfalls aus dem Hause Tolle.

Für einen ersten Eindruck wurde gleich mal provisorisch die Gabel in den Rahmen gesteckt um zu schauen wie lang das Bike wohl werden wird.
Die Lenkkopf-Lagerschalen aus poliertem Edelstahl mit integriertem Lenkanschlag kommen ebenfalls von Tolle. Als Sicherung gegen das Verdrehen der unteren Lagerschale bzw. deren Anschlag werden Stahlstifte mitgeliefert. Die untere Gabelbrücke ist dafür bereits gebohrt. Den Lenkkopf nachträglich zu bohren ist etwas schwierig. Da das Pressmaß recht üppig ist (zumindest bei meinem Rahmen), verzichte ich erstmal darauf die untere Lagerschale zu verstiften. – Ist ja nun auch erstmal der Rohbau der Gelegenheit gibt solche Sachen ausgiebig zu überlegen und zu testen ob sich die Schale verdrehen könnte.

Damit das Gebastel nicht vorne überkippt durfte der Motor schon mal an seinem Zukünftigen Arbeitsplatz provisorisch platznehmen. – Also rein mit der Gabel und die nächsten Stunden einfach nur blöd grinsend daneben stehen. 🙂

Die angefertigten Räder sind angekommen. Hinten 18 x 5.5, vorne 19 x 3.00, jeweils 60 polierte Edelstahlspeichen Felgen Alu poliert. Drauf sitzen nun Avon Cobra Chrome Reifen in 180/55-18 und 120/70ZR19. Ich bin nicht so der Fan von Autoreifen im Schwedenchopper, daher gibt’s schicke flache Reifen mit einem modernen Design.

Zeit sich dem Blechkleid zu widmen. Damit wir die Blechteile dem tatsächlichen Platzbedarf der sonstigen Bauteile anpassen konnten, durften schon mal ein BAKER 6into4, der Innenteil des BAKER Tin Type Primary, ein Spyke Super Torque Anlasser und eine 4-Kolben Tolle Ritzelbremse provisorisch an ihren zukünftigen Wirkungsstätten platznehmen. Als Vorderradbremse haben sich inzwischen ein PM 4-Kolben Differential Bore Bremssattel und eine EBC Wave Bremsscheibe dazugesellt.

Eingepackt den Roller und auf zu einem 3-tägigen Arbeitsbesuch bei meinem Freund Jochen von Blechfee (www.blechfee.de)
Wir haben uns dann in seiner Firma eingeschlossen und drei Tage lang von morgens bis spät abends gedengelt, geflext und geschweisst.

Als Erstes haben wir uns mal um das Schutzblech und die Sissybar gekümmert. Jochen hat ne Menge Rohlinge von denen einer als Ausgangsbasis gedient hat und passend auf den Radius und die Breite des Reifens angepasst wurde. Strecken, Stauchen, Strecken, Stauchen, … bis das Ding perfekt sitzt.
Die Sissybar hatte er bereits vorab vorbereitet so dass wir sie „nur“ noch anpassen mussten.

Der Benzintank war ein Standardteil aus dem Zubehör. Passt natürlich so nicht ganz perfekt, also kurzerhand zerlegt, 2cm gekürzt, 5cm geschmälert und den Einfüllstutzen tiefer gesetzt. Zusammengeschweißt, druckgetestet und versiegelt. – Erledigt.

Der Öltank ist aus dem Nichts entstanden. Genau nach Kontur des Bikes komplett angefertigt. Besonders geil finde ich den Verlauf der Konturen um den BAKER TinType Primary der an dem Bike zum Einsatz kommt. Fassungsvermögen ausgelitert zirka 2,8 Liter. Nicht die Welt, muß aber reichen.

Ich bin mit dem Ergebnis mehr als glücklich!

Als Lenker wird ein Schwedenstyle Lenker vom V-Team zum Einsatz kommen.

Die Rockerboxen stammen von Snowflake Custom aus Finnland. Sie wurden nur in einer kleinen Stückzahl gefertigt und sind an das Design der alten Pat Kennedy Rockerboxen aus den 60ern angelehnt. Die Ölversorgung zu den Boxen und die Verteilung untereinander habe ich mit DASH-Leitungen gelöst. Sollte technisch aussehen. Tut’s auch. 😊

Kellermann Spot 3-in-1 Rücklichter. Halter per Laserschweißen angebracht.

Das Getriebe (BAKER 6in4) sitzt auf einer 10mm Versatz-Grundplatte damit ich mit der Kette am 180er Reifen vorbei komme. Unter der Platte habe ich noch ein Plätzchen für den Cycle-Electric LowCharge Regler gefunden. Der wird von einer Cyle Electric LiMa gespeist.

Für die Getriebe gab es mal die Option sie mit verzahnter Hauptwelle zu bestellen. BAKER hatten dazu eine eigene Kupplung im Programm. Die wird hier zum Einsatz kommen.
Die Brocken liegen schon so lange bei mir rum das es inzwischen weder die verzahnte Welle noch die Shovel-Kupplung im Programm gibt…

Als Primär kommt der ebenfalls nicht mehr erhältliche BAKER TinType Primary zum Einsatz. Aus dem Vollen gefräster Primärkasten im Stil der Blechprimärkästen. Da ich auch nicht jünger werde habe ich mich „damals“ für die E-Start Version entschieden. Am Primär hängt ein polierter Spyke Super Torque 1.4kW Anlasser.

Der Ölfilter hat seinen Platz hinter dem Getriebe gefunden. Ich habe dazu die universelle CVP-Filtergrundplatte genommen und einen Halter gebaut der mit an der Getriebegrundplatte sitzt.
Schläuche sind „bereits“ verlegt. Hier kommen schwarze Standardschläuche zum Einsatz. Anschluss Entlüftung Öltank zum Kurbelgehäuse habe ich mit DASH-Verschraubung und flexibler Leitung gelöst damit die im Sichtbereich zur Ölsteigleitung passt.

Die Zündspule kommt an den klassischen Platz links am Sattelrohr. Hatte erst überlegt irgendwas mittig vom Motor zu platzieren, gefiel mir aber nicht.
Das ist die günstige MCS Single Fire Spule. Spätestens seit S&S zu ihren Spulen nur noch einen Aufkleber in Paket legen und auf dem Karton „Made in China“ steht und die eingeprägte Herstellernummer sich nur noch um eine Zahl von der auf der, verdächtig ähnlich aussehenden, günstigen Spule unterscheidet, habe ich so meine Zweifel. 🙂

Die Aufnahme für den Bremsanker der 4-Kolben ISR-Ritzelbremse ist angeschweißt (Danke Kabel) und die Bremse platziert.